Die Haltbarkeit von Leitungswasser im Fokus: In unserem Erfahrungsbericht geben wir eine Antwort zur Frage “Wie lange ist Leitungswasser haltbar?”.
Im Dezember 2022 haben wir vier Kanister mit Leitungswasser abgefüllt und eingelagert.
Sechs Monate später verkosteten wir das Wasser, um der Frage “Wie lange ist Leitungswasser haltbar” auf den Grund zu gehen.
In diesem Artikel erfährst du, in welchem Zustand sich das eingelagerte Wasser befunden hat und was es bei der Abfüllung von Leitungswasser zu beachten gilt.
Inhaltsverzeichnis
ToggleWie schmeckt das sechs Monate alte Wasser?
Insgesamt füllten wir 40 Liter Leitungswasser aus der öffentlichen Wasserversorgung ab und lagerten es ein.
Dabei haben wir jeweils 20 Liter mit bzw. ohne Micropur Classic behandelt.
Bei der Verkostung haben wir neben dem eingelagerten auch frisches Leitungswasser mit einbezogen, um direkt vergleichen zu können.
Der Ablauf der Verkostung
Wir haben jeweils 250 ml in Gläser gefüllt und diese mit einem Post-It markiert.
Das Post-It befestigten wir am Glasboden, damit wir es nicht lesen können. Bei der Verkostung wussten wir daher nicht, welches Wasser wir gerade trinken.
Neben dem Geschmack achteten wir auch darauf, wie das Wasser riecht und aussieht.
Die Verkostung haben Marina und ich gemeinsam durchgeführt, um zwei unabhängige Meinungen zu diesem wichtigen Thema zu erhalten.
Das sind unsere Erkenntnisse
Wir verglichen also folgende drei Proben:
- Sechs Monate eingelagertes Leitungswasser ohne Behandlung
- Sechs Monate eingelagertes Leitungswasser mit Micropur Classic behandelt
- Frisches Leitungswasser
Bei unserer “Blind-Verkostung” konnten wir keinerlei Unterschied zwischen den drei Wasserproben feststellen.
Alle waren klar, geruchlos und ohne Geschmack.
Weder Marina noch ich konnten eine Auffälligkeit erkennen.
Anmerkung: Das frische Leitungswasser war am Beginn der Verkostung kühler. Das war ein Unterschied, den wir gleich feststellten. Um das zu umgehen, haben wir die Wasserproben eine Stunde lang stehen lassen, damit sich die Temperaturen angleichen. Anschließend begannen wir mit der “Blind-Verkostung”.
Würden wir das Wasser im Notfall trinken?
Ja, definitiv. Im Zuge der Verkostung habe ich fast einen ganzen Liter eingelagertes Wasser getrunken. In den darauf folgenden 24 Stunden hatte ich keinerlei gesundheitliche Beschwerden.
Uns ist bewusst, dass die von uns durchgeführten Prüfungen keine Qualitätskontrolle in einem Hygiene-Labor ersetzen. Ein gewisses Restrisiko bleibt natürlich bestehen. Daher überlegen wir, bei einem kommenden Erfahrungsbericht einen Labortest zu machen.
Jedenfalls haben wir durch den Test ein sichereres Gefühl bekommen. Die Qualität unseres Leitungswassers wurde ebenso wie unsere Abfüll- und Aufbewahrungsmethode bestätigt.
Wann ist das Wasser im Kanister zu tauschen?
Wir bleiben bei unserer Empfehlung, eingelagerte Vorräte an Leitungswasser alle sechs Monate zu tauschen. Du bist damit auf der sicheren Seite.
Das Thema Wasservorrat ist sehr sensibel. Wasser ist lebenswichtig. Daher bildet der Aufbau eines Wasservorrats die Basis jeder Krisenvorsorge. Gehe hier nicht das Risiko von möglichen gesundheitlichen Folgen ein und investiere die 30 bis 60 Minuten, um jedes halbe Jahr deine Vorräte neue aufzufüllen.
Mache dir dazu am besten eine Notiz in deinem Kalender. So vergisst du nicht darauf.
Ein von uns geschätzter Vorsorge-Experte hat sogar 15 Monate altes Wasser getrunken. Auch dieses Wasser hat keinerlei Auffälligkeiten gezeigt. Hier gehts zum Video.
Tipp: Falls du dir im Krisenfall über die Qualität deines eingelagerten Wassers unsicher sein solltest, kannst du es immer noch aufbereiten, um es trinkbar zu machen. Wir empfehlen dir dazu Micropur Forte.
So sind wir bei der Abfüllung des Wassers vorgegangen
Die richtigen Kanister für die Lagerung
Vor etwa sechs Monaten stockten wir unsere Wasservorräte auf.
Zu diesem Zweck kauften wir vier Kanister mit einem Fassungsvermögen von 10 Litern und befüllten diese mit Leitungswasser aus der öffentlichen Wasserversorgung.
Achte bei den Kanistern darauf, dass diese lebensmittelecht und BPA-frei sind.
So ist sichergestellt, dass keine Schadstoffe ins eingelagerte Wasser abgegeben werden. Auch der Geschmack verändert sich dadurch nicht.
Diese zwei Punkte sind beim Abfüllen essenziell
Zum Ersten muss das Leitungswasser eine einwandfreie Qualität aufweisen.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird das Trinkwasser der öffentlichen Wasserversorgung streng kontrolliert und überwacht. Dieses kannst du bedenkenlos heranziehen.
Verwendest du das Wasser aus einem eigenen Brunnen, empfehlen wir dir, die Wasserqualität regelmäßig zu überprüfen.
Ist das Wasser mit Keimen oder Bakterien belastet, werden sich diese während der Lagerung vermehren. Trinkst du dieses Wasser anschließend nach mehreren Monaten, riskierst du eine Erkrankung. In der Regel handelt es sich dabei um Magen-Darm-Probleme.
Der zweite Punkt betrifft das Abfüllen selbst. Hier musst du hygienisch korrekt vorgehen, um Verunreinigungen zu vermeiden.
Das bedeutet, dass die Behälter sauber sein müssen, du nicht in die Kanister oder ins Wasser greifst, generell in einer sauberen Umgebung arbeitest und keine verkeimten Schläuche oder Wasserhähne verwendest.
Schritt 1: Wasserleitung gut spülen
Zu Beginn haben wir die Wasserleitung, aus der wir das Leitungswasser entnahmen, ein bis zwei Minuten durchgespült. Das heißt, wir drehten das Wasser auf und ließen es ablaufen.
So werden mögliche Verunreinigungen aus der Leitung gespült.
Besonders wichtig ist dieser Schritt, wenn bei dir alte Rohre verbaut sind. Oder wenn du die Wasserleitung selten verwendest. Wir raten dir, eine Wasserleitung zu verwenden, die regelmäßig in Gebrauch ist.
Vor dem Abfüllen sollte die Leitung einige Minuten gespült werden. Bei der Abfüllung sollte man durch hygienische Handhabung Verunreinigungen von außen verhindern, z.B. nicht in die Flasche greifen, Gefäß vor Staub schützen, keine (möglicherweise verkeimten) Schläuche verwenden.
Wolfgang Mascher, HYGIENICUM GmbH
Schritt 2: Kanister säubern
Unsere Kanister verwendeten wir nach dem Kauf zum ersten Mal. Wir spülten sie daher mehrmals mit lauwarmen Wasser gut aus.
Auch wenn du vorher bereits Wasser darin gelagert hast, empfehlen wir dir, den Behälter mit frischem Wasser durchzuspülen.
Damit sind die Vorbereitungen erledigt – die Leitung ist durchgespült und die Kanister sauber.
Schritt 3: Leitungswasser einfüllen
In diesem Schritt füllten wir das Leitungswasser sorgfältig in die Kanister ein.
Die Kanister haben wir möglichst vollgefüllt, damit wenig Sauerstoff im Inneren verbleibt.
Hier achteten wir besonders darauf, dass wir keine Verunreinigungen in die Kanister bringen. Vor allem rund um die Einlassöffnung und des Verschlussdeckels der Kanister sind wir äußerst hygienisch vorgegangen.
Achte auch darauf, dass du den Verschlussdeckel des Kanisters während des Befüllens an einem sauberen Ort ablegst.
Schritt 4 (optional): Micropur anwenden
Bei der Hälfte der Vorräte wendeten wir Micropur Classic an, um das Wasser bestmöglich zu konservieren.
Mit den Wasseraufbereitungstabletten gehst du keine Risiken ein und du kannst dir sicher sein, dass das aufbewahrte Leitungswasser sechs Monate haltbar ist.
Insbesondere wenn du dir über die Qualität deines Leitungswassers nicht sicher bist, raten wir dir, das Wasser mit Micropur Classic zu behandeln.
Schritt 5: Kanister lagern
Die fertig befüllten und gut verschlossenen Kanister lagerten wir in unserem Technikraum.
Verwende einen dunklen und kühlen Ort, um deine Wasserreserven zu lagern.
Unser Technikraum ist für die Lagerung suboptimal. Der Raum hat zwar kein Fenster und ist somit dunkel, aber es hat im Schnitt 22 Grad. Das ist etwas zu warm. Keller haben wir keinen.
Unser Fazit
Unser eingelagertes Leitungswasser ist nach sechs Monaten in einem aus unserer Sicht einwandfreien Zustand. Damit haben wir die oft gestellte Frage “Wie lange ist Leitungswasser haltbar?” zumindest für uns geklärt.
Bei der Verkostung konnten wir keinerlei Unterschiede zwischen dem eingelagerten und dem frischem Leitungswasser feststellen. Weder Geschmack, Geruch noch Aussehen waren auffällig und unterscheidbar.
In einem Notfall werden wir das eingelagerte Wasser daher bedenkenlos trinken.
Entscheidend für die Haltbarkeit ist einerseits die Qualität des Leitungswassers. Diese muss einwandfrei sein. Andererseits musst du bei der Abfüllung des Wassers hygienisch sauber vorgehen und die Behältnisse in einem dunklen und kühlen Raum aufbewahren.
Erneuere deine Wasservorräte alle sechs Monate. Das Wasser würde unter idealen Bedingungen möglicherweise sogar länger halten, aber das damit verbundene Risiko steht nicht dafür.
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Holprig startete er mit seiner Frau Marina schließlich in die eigene Krisenvorsorge.
Gemeinsam betreiben sie Krisenchecker nun als Lernende. Sie helfen damit anderen Familien mit Krisenvorsorge zu beginnen bzw. zu vertiefen.
Andreas hat Technische Informatik studiert und arbeitet seit 2001 im Bereich Software-Testing. Qualitätsbewusstsein und ein kritischer Blick sind wichtig für sein tägliches Tun.
Deshalb ist er auch hier im Blog für die harten Fakten zuständig: Er stellt Produkte für die Krisenvorsorge auf den Prüfstand, testet und vergleicht sie.
Hier erfährst du mehr über Marina & Andreas. Übrigens: Es gibt auch einen Krisenchecker-Newsletter. Abonniere ihn und lade dir unser E-Book mit hilfreichen Insights und Tipps herunter👋😎.
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