Verhalten während eines Blackout: Diese Tipps musst du beachten

Nehmen wir an, das Szenario Blackout ist eingetreten. Was gilt es nun zu beachten und wie sollst du dich verhalten, um diesen Krisenfall bestmöglich zu überstehen?

Behalte während eines Blackout kühlen Kopf und verhalte dich unauffällig © Pixabay I Hunt_on_Photos_Studio
Behalte während eines Blackout kühlen Kopf und verhalte dich unauffällig © Pixabay I Hunt_on_Photos_Studio

Wenn wir uns mit dem Thema Blackout beschäftigen, geht es meist darum, uns ausreichend auf diesen Krisenfall vorzubereiten. Kaum jemand geht der Frage nach, wie wir uns während des Blackout zu verhalten haben. Auch wir hatten diesen Aspekt bisher weniger im Fokus. Eine Leserin unserer Website hat uns kürzlich Fragen dazu gestellt. Unter anderem deshalb haben wir uns dieses spannende Thema näher anzusehen.

In diesem Artikel werden wir folgende Aspekte behandeln:

  • Auswirkungen des Blackout – was bedeutet es für dein tägliches Leben?
  • Verhalten während eines Blackout – wie muss ich mich verhalten, um die Krise gut zu meistern?
  • Blackout und Arbeit – muss ich während eines Blackout meiner Arbeit nachgehen?

Auswirkungen eines Blackout auf unser Leben

Bei einem Blackout, also einem großflächigen Stromausfall, der weite Teile Europas über mehrere Tage lahmlegt, handelt es sich um eine Ausnahmesituation. Für uns ist elektrischer Strom selbstverständlich. Das reicht so weit, dass wir gar nicht mehr wissen, was alles von Strom abhängig ist und welche Folgen ein tagelanger Stromausfall überhaupt haben wird.

Die Auswirkungen auf unser tägliches Leben sind gravierend und weitreichend. Kaum mehr etwas wird noch funktionieren. Kein Licht, keine Heizung, keine Kommunikation mittels Funknetz oder Internet, Supermärkte schließen, Logistik und Warentransport brechen zusammen, Banken machen zu, Apotheken schließen, Tankstellen funktionieren nicht mehr. All das stellt nur einen kleinen Auszug der Folgen eines Blackout dar.

Wir sind der Ansicht, dass sobald die Menschen realisieren, dass es sich nicht nur um einen kurzfristigen Stromausfall, sondern um einen großflächigen und länger andauernden Blackout handelt, innerhalb kurzer Zeit Panik und Chaos ausbrechen kann. Vielen wird jetzt erst klar werden, dass sie nicht ausreichend vorbereitet sind und kaum Vorräte für die nächsten beiden Tage zu Hause haben. Wiederum andere sind mit der neuartigen Situation schlichtweg überfordert. Und dann gibt es Menschen, die genau auf solche Krisen warten und versuchen werden, diese auszunutzen. All das kann wohl schon in den ersten 24 Stunden des Stromausfalls zu Unruhen führen.

Verhalten während eines Blackout

Die ersten Aktionen, die du unmittelbar nach Beginn eines Stromausfalls machen musst, haben wir bereits hier für dich zusammengefasst. Folgendes hast du damit erreicht:

  • festgestellt, ob es sich um ein Blackout handelt
  • hast deine Familienmitglieder erreicht und sie nach Hause beordert
  • deine Wasservorräte aufgefüllt
  • alle elektrischen Geräte vom Netz getrennt
  • dein Notfallradio eingeschaltet
  • dein zu Hause gefahrenfrei vorbereitet

Mit diesen Schritten hast du die Basis geschaffen, um gut durch den Krisenfall zu kommen. In Kombination mit ausreichend Vorräten, die du eingelagert hast, bist du gut vorbereitet. Jedoch gibt es im weiteren Verlauf eines Blackout einige Punkte zu beachten, welche wir dir in diesem Abschnitt näher bringen werden.

Bleibe erreichbar, wenn du dein zu Hause verlässt

Muss jemand euer zu Hause verlassen, empfehlen wir unbedingt ein Walkie Talkie mitzunehmen. Handys funktionieren nicht mehr. Ihr seid es aber gewohnt, ständig erreichbar und in Kontakt zu sein. Gerade in Ausnahmesituationen ist das ungemein wichtig. Mit Walkie Talkies könnt ihr in einem gewissen Radius von maximal 8 bis 10 Kilometern in Verbindung bleiben. Grundsätzlich empfehlen wir, im Krisenfall sein zu Hause nur dann zu verlassen, wenn es unbedingt erforderlich ist.

Gehe gleich einkaufen, falls dir etwas fehlt

Benötigst du noch wichtige Vorräte, solltest du dich so rasch als möglich auf den Weg machen, um Einkaufen zu gehen. Am Beginn eines Blackout ist es am wahrscheinlichsten noch etwas zu bekommen. Mit Fortdauer der Krisensituation werden die Chancen immer geringer. Beachte, dass Kassensysteme und Bankomat ohne Strom nicht mehr funktionieren und du nur mit Bargeld bezahlen kannst.

Verbrauche verderbliche Lebensmittel zu erst

Zu Beginn solltest du verderbliche Lebensmittel verbrauchen. Hast du keine Notstromversorgung für deine Kühlgeräte, so solltest du zuerst die eingefrorenen Lebensmittel verkochen. Im Winter, wenn es draußen kühlen ist, bietet es sich an, im Freien ein Depot einzurichten. So bleiben deine Lebensmittel möglichst lange haltbar. Achte dabei aber darauf, diese nicht zu auffällig zu platzieren. Du könntest sonst ungebetene Gäste anlocken.

Öffne deine Kühlgeräte so selten und kurz wie möglich, damit die Kälte nicht entweicht. Je nach Modell können Kühlschränke die Kälte einige Stunde halten, Gefrierschränke sogar 24 Stunden oder länger.

Gehe sorgsam mit deinen Vorräten um

Es ist zwar selbstredend, aber dennoch möchten wir explizit darauf hinweisen – gehe mit deinen Vorräten sehr sorgsam um und versuche nichts zu verschwenden. Das betrifft Lebensmittel, Wasser, Notstrom, Heizmaterial oder Treibstoff. Der Krisenfall kann länger dauern als angenommen. Am besten verschaffst du dir zu Beginn einen Überblick über all deine Bestände. Anschließend teilst du die Bestände so auf, dass du genau weist, wie viel jede Person pro Tag verbrauchen darf.

Elektrogeräte, die mit Akku oder Batterie betrieben werden, solltest du entweder komplett ausschalten oder in den Stromsparmodus versetzen. So spart ihr ebenfalls wertvolle Energie.

Teile dir deine Vorräte gut ein, um möglichst lange überstehen zu können.

Teile Informationen mit Nachbarn und Freunden

Gib Informationen aus dem Radio, sofern natürlich möglich, an deine Nachbarn oder Freunde weiter. Nicht jeder wird ein batteriebetriebenes Radio besitzen und daher gar keine Möglichkeit haben, Informationen seitens den Behörden empfangen zu können. Wie lange der Blackout noch dauern wird, Empfehlungen der Behörden oder wo es möglicherweise Essen- oder Wasserausgabestellen gibt, können sehr hilfreiche Infos sein. Weiters erhöht das unter Umständen das Durchhaltevermögen der Menschen und verhindert Unruhen in deiner näheren Umgebung.

Verhalte dich unauffällig

Du bist gut damit beraten, dich in einer Krise so unauffällig wie möglich zu verhalten. Hänge nicht an die große Glocke, dass du gut vorbereitet bist und zeige auch im Krisenfall deine Vorräte nicht. Auch beim Kochen ist es ratsam, so unauffällig wie möglich vorzugehen. Selbiges gilt bei der Notstromversorgung – ein lärmendes Notstromaggregat oder Licht in deinem Haus wird Aufsehen erregen. Lass dir nicht in die Karten blicken.

Sollte doch jemand bei dir um Nahrung fragen und du möchtest denjenigen nicht mit leeren Händen wegschicken, kannst du eventuell etwas hergeben, was du nicht unbedingt magst. Oder ihr einigt euch auf ein Tauschgeschäft, das für beide Seiten von Nutzen sein kann.

Setze auf Eigenversorgung

Während eines Blackout musst du dich darauf einstellen, dass du auf dich allein gestellt bist. Hilfe oder Unterstützung von außen ist nicht zu erwarten. Polizei, Rettung oder Feuerwehr werden nicht erreichbar und auch völlig überlastet sein. Falls ihr in einer Gruppe seid und gemeinsam die Krise überwindet, wird es einfacher sein, weil ihr euch gegenseitig helfen und unterstützen könnt.

Verschließe Müllsäcke gut

Die Müllabfuhr wird während eines Blackout ihren Dienst nicht verrichten. Versuche, grundsätzlich so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Packe den anfallenden Abfall in Müllsäcke und verschließe diese möglichst gut mit Klebeband, um euch vor Geruchsbelästigung zu schützen und Tiere fernzuhalten.

Blackout und Arbeit

Müssen wir während eines Blackout unserer Arbeit nachgehen? Eine interessante Frage, die uns immer wieder erreicht. Ein großflächiger und länger andauernder Stromausfall ist eine Ausnahmesituation, die es in Deutschland oder Österreich noch nie gegeben hat. Daher fehlen Erfahrungswerte und viele Menschen werden nicht wissen, wie man sich verhalten muss. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, möchten wir unseren Wissensstand und unsere Sichtweise erläutern. Wir möchten an dieser Stelle aber vorwegschicken, dass wir keine Rechtsexperten sind.

Die Auswirkungen eines Blackout sind, wie wir oben gesehen haben, sehr weitreichend. Unser alltägliches Leben bricht buchstäblich in Sekundenschnelle zusammen. Für viele unter uns wird es gar nicht mehr möglich sein, seiner Arbeit nachgehen zu können. Der öffentliche Verkehr bricht zusammen, alle Geschäfte werden schließen, die Arbeit in Büros kann nicht mehr verrichtet werden und vieles mehr.

Hingegen wird es Berufe geben, die auch ohne Strom weiter ausgeübt werden müssen. Das betrifft insbesondere Krankenhauspersonal, Polizei, Altenpfleger oder Mitarbeiter der kritischen Infrastruktur wie Wasser-, Strom- oder Gasversorger.

Ein Aspekt, der nicht unterschätzt werden darf, ist, dass bald nach Eintreten des Stromausfalls Unruhen und Ausschreitungen entstehen können. Es kann zu Plünderungen kommen. In so einer Situation werden viele Menschen zu Hause bei ihren Familien bleiben und die Wohnung nicht verlassen.

Um auf der sicheren Seite zu sein, wie ihr euch im Falle eines Blackout verhalten sollt, erkundigt euch bei eurem Arbeitgeber. Gerade bei größeren Unternehmen oder der kritischen Infrastruktur gibt es meist fertige Notfallpläne für solche Krisenszenarien. Falls nicht und ihr euch unsicher seid, empfehlen wir das Gespräch mit eurem Arbeitgeber zu suchen. Fragt ihn, wie er es sich vorstellt, durch einen Blackout zu kommen. Ihr könnt auch eure Sichtweise darlegen. So könnt ihr gegenseitig eure Erwartungshaltung abgleichen und gemeinsam eine Lösung für einen eventuellen Krisenfall finden.

Fazit

Eine gute Vorbereitung ist aus unserer Sicht die Basis, um gut durch einen Blackout zu kommen. In weiterer Folge ist es entscheidend, wie du dir deine Vorräte einteilst, wie du diese sicher verwahrst und wie du dich deinem näheren Umfeld gegenüber verhältst. Je länger die Krisensituation dauert, umso entscheidender wird dein Verhalten während eines Blackout. Wir müssen immer bedenken, dass wir alle mit einem länger andauernden und großflächigen Stromausfall keine Erfahrung haben. Behalte kühlen Kopf und gehe unauffällig durch die Krise, dann wirst du diese unbeschadet überstehen.

Andy

Andreas

Hallo, ich bin Andreas! Im Dezember 2020 bin ich Papa geworden. Seitdem hat sich Vieles für mich verändert. Krisenvorsorge ist mir für meine Familie wichtig. Hier auf unserem ? Blog teile ich mein Wissen zum Thema mit Euch. Mehr über uns erfährt Ihr ? hier.

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