Krisenvorsorge: Mit dieser einfachen Vorgehensweise kannst du starten

Du möchtest mit Krisenvorsorge beginnen, weißt aber nicht so richtig, womit du starten sollst? Wir geben dir Tipps, wie du am besten damit loslegen kannst.

Erfahre, wie du am besten mit deiner Krisenvorsorge beginnst.
Erfahre, wie du am besten mit deiner Krisenvorsorge beginnst.

Das Thema Krisenvorsorge ist ein sehr umfangreiches und vor allem individuelles Thema. Wir selbst haben bis vor zwei Jahren kaum bis gar nicht vorgesorgt. Für uns war lange Zeit vieles selbstverständlich und an mögliche Krisenzeiten haben wir keine Gedanken verschwendet. Doch dann kam Corona, wir wurden Eltern und haben eine neue Verantwortung übernommen.

Die ständigen Berichte über ein bevorstehendes Blackout, der Konflikt in der Ukraine und weitere mögliche Umwelt- und Sicherheitskrisen haben uns verunsichert. Das alles hat dazu beigetragen, dass wir uns seit Anfang des Jahres 2021 intensiv mit Krisenvorsorge auseinandersetzen.

Erfahre in diesem Artikel, wie wir gestartet sind und welche Tipps wir dir für deinen Start in die Krisenvorsorge geben können.

Worauf möchtest du dich vorbereiten?

Zu Beginn musst du für dich klären, auf welche Szenarien du dich vorbereiten möchtest. Für uns sind die folgenden Situationen am wahrscheinlichsten und stehen daher im Fokus unserer Krisenvorsorge:

  • Ausfall der Infrastruktur
    Der Alltag, so wie wir ihn kennen, bricht zusammen. Beispielsweise aufgrund eines Blackouts. In diesem Fall musst du mit dem auskommen, was du zuhause hast.
  • Ausgangssperre
    Wie schnell das kommen kann, haben wir in der Corona Pandemie erlebt. Auch hier musst du mit den Mitteln überleben, die du in deinen eigenen vier Wänden vorgesorgt hast.
  • Fluchtartiges Verlassen deines Zuhauses
    Dafür gibt es viele Gründe, wie z.B. einen Brand, Hochwasser, kriegerische Konflikte oder eine plötzliche Evakuierung wegen eines Chemie-Unfalls. Du musst in der Lage sein, zumindest ein paar Tage in Notunterkünften oder gar der freien Natur durchzustehen.

Das sind die drei Szenarien, auf die wir uns gezielt vorbereiten. Wir wissen nicht, ob solch ein Fall überhaupt jemals eintreten wird und vor allem nicht wann. Aber wenn wir uns entsprechend darauf vorbereiten, können wir dem ein Stück weit gelassener entgegen blicken.

Wie kannst du mit der Krisenvorsorge starten?

Du möchtest vorsorgen, weißt aber nicht, wie du anfangen sollst? Kein Problem. Wir standen vor derselben Herausforderung und können daher aus Erfahrung sprechen. Der Beginn war auch für uns sehr schwierig und wir waren teilweise überfordert.

Was sind die wichtigsten Dinge mit denen wir anfangen sollen? Alles gleichzeitig kaufen ist meist keine Option, weil es einfach zu teuer ist. Daher empfehlen wir, die Krisenvorsorge Schritt für Schritt aufzubauen.

Wir haben dabei die unterschiedlichen Themenbereiche nach Prioritäten gegliedert und arbeiten diese Liste nun nacheinander ab. Das bedeutet, dass wir mit dem Wichtigsten zuerst losgelegt haben. Mit der Zeit vervollständigt sich unsere Vorsorge dadurch immer weiter.

Den Zeitraum und das Tempo kannst du individuell an deine Gegebenheiten anpassen. So kannst du z.B. für ein Jahr lang jedes Monat 50 Euro für den Aufbau deiner Krisenvorsorge im Haushaltsbudget vorsehen und investieren.

Wir finden, dass diese Vorgehensweise auch finanziell schonend ist, weil die Ausgaben auf einen längeren Zeitraum verteilt sind und du nicht auf einmal einen großen Geldbetrag ausgeben musst.

Was sind die wichtigsten Themen bei der Krisenvorsorge?

Sehen wir uns die einzelnen Bereiche genauer an. Die Liste ist nach Priorität sortiert, also das Wichtigste steht ganz oben und damit solltest du aus unserer Sicht auch beginnen.

1. Wasser- und Lebensmittelvorrat für mindestens 14 Tage anlegen

Ausreichend Nahrungsmittel vorgesorgt zu haben, ist die absolute Basis deiner Krisenvorsorge. Vor allem Wasser ist aus unserer Sicht der wichtigste Punkt überhaupt. Ohne Wasser ist ein erwachsener Mensch nur drei bis vier Tage überlebensfähig, bei Kindern wird es meist schon viel früher kritisch.

Wir empfehlen dir Wasser und Lebensmittel für mindestens 14 Tage einzulagern. Was du dabei beachten musst, haben wir bereits in anderen Artikeln zusammengefasst:

Bereite dich auch darauf vor ohne Strom kochen zu können. Denke unbedingt auch an deine Haustiere oder deine Familienmitglieder mit besonderen Bedürfnissen.

2. Erste-Hilfe Set und notwendige Medikamente

Ein sorgfältig bestücktes Erste-Hilfe Set musst du immer zuhause haben. Das raten wir dir ganz unabhängig von einem möglichen Krisenfall. Aber genau in solch einer Situation ist es unerlässlich, denn im Normalfall hast du die Möglichkeit, die Rettungskräfte zu alarmieren.

In einer Ausnahmesituation bist du auf dich alleine gestellt – der Notruf funktioniert nicht oder es wird niemand kommen. Auch Apotheken haben geschlossen. Mit einem gut sortierten Erste-Hilfe Set bist du darauf bestens vorbereitet. Tipp: Frische deine Erste Hilfe Kenntnisse auf und absolviere einen Kurs.

Das Vorsorgen von Medikamenten ist ebenso wichtig. Vor allem solche, die du oder Familienmitglieder regelmäßig nehmen müssen, wie z.B. bei erhöhtem Blutdruck, Diabetes oder Asthma. Auch schmerz- und fiebersenkende Tabletten dürfen nicht fehlen. Beachte auch hier spezielle Anforderungen deiner Familienmitglieder, wie z.B. Bauchwehmittel oder Zahnungsgel für Babys und Kleinkinder.

3. Wärme

Bei einem Ausfall deiner Heizung kann es im Winter sehr schnell ungemütlich werden. Dein Eigenheim wird je nach Dämmung über kurz oder lang auskühlen. Abgesehen von klassischen Holzheizungen benötigt der überwiegende Teil der Heizsysteme elektrischen Strom.

Wir empfehlen dir in eine Notheizung zu investieren. Dafür eignen sich in erster Linie Petroleumöfen, Infrarotheizungen (sofern Strom noch verfügbar ist) oder mobile Gasheizungen, um die Temperatur in kleinen Räumen halten zu können. Die oft erwähnten Teelichtöfen sind nur für den absoluten Notfall als Wärmequelle in Betracht zu ziehen.

Um im Krisenfall den Heizbedarf so gering wie möglich zu halten und damit du dich auch über einen längeren Zeitraum von etwa zwei bis drei Wochen warm halten kannst, empfehlen wir warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke.

4. Kurbelradio

Bei einem Zusammenbruch der Infrastruktur wie einem Blackout fallen Fernsehen und Internet sofort aus. Einzig über das Radio können noch Nachrichten verbreitet werden. Daher ist für uns ein batteriebetriebenes Radio essentiell, um Anweisungen seitens der Behörden empfangen zu können.

Das ist wichtig, damit du erfährst, was überhaupt los ist, wie lange der Zustand noch andauern wird und was du gegebenenfalls tun musst. Wir empfehlen ein Kurbelradio, weil du hier die Möglichkeit hast, den Akku über Kurbeln oder mittels Solarenergie wieder aufzuladen.

5. Fluchtrucksack

In einem Fluchtrucksack ist alles eingepackt, um ein paar Tage außerhalb deines Zuhauses über die Runden zu kommen. Zur Not auch in der freien Natur. Der Rucksack ist fertig gepackt und jederzeit griffbereit. Was du bei der Zusammenstellung des Fluchtrucksacks beachten musst, haben wir in diesem Artikel für dich aufbereitet.

Die ganzen Ausrüstungsgegenstände, die in den Rucksack gehören, kannst du ebenfalls Schritt für Schritt besorgen. Du musst nicht alles auf einmal kaufen. Fange am besten einmal mit dem Rucksack selbst an und gib die Dinge hinein, die du jetzt schon zuhause hast, wie z.B. Kleidung, Trinkwasser oder Dokumente.

6. Beleuchtung

Für uns ist batterie- oder solarbetriebene Beleuchtung ein Fixbestandteil der Krisenvorsorge. Licht ist für uns selbstverständlich. Stell dir vor – im Falle eines Stromausfalls ist es stockdunkel, keine Straßenlaternen, keine beleuchteten Geschäftslokale, kein Licht vom Nachbarn. Alles in allem keine angenehme Vorstellung. Daher hat Beleuchtung für uns Priorität.

Wir haben uns schon mit dem Thema Beleuchtung auseinandergesetzt. Hier erfährst du mehr:

7. Notstrom

Bei einem Stromausfall oder wenn du in der Natur unterwegs bist, kannst du mit einer Powerbank einige deiner elektrischen Geräte, wie dein Smartphone, eine gewisse Zeit weiter versorgen. Es gibt auch Powerbanks mit einer Steckdose, mit denen du etwas größere Geräte wie eine Kühlbox oder einen Laptop betreiben kannst.

Mit einer Powerstation und einem dazu passenden Solarpanel hast du sogar eine Alternative zu einem herkömmlichen Notstromaggregat und kannst viele deiner Haushaltsgeräte weiter betreiben.

Wir haben Powerbanks bzw. Powerstations in unserer Grundausstattung enthalten, weil mobile Akkus auch abseits einer Krisensituation gut zu gebrauchen sind. In einer Ausnahmesituation wie einem Blackout sind sie umso wichtiger.

Warum bereiten wir uns auf Krisen vor?

Wir werden immer wieder mit der Frage konfrontiert, warum wir überhaupt Krisenvorsorge betreiben? Uns gibt es ein Gefühl der Sicherheit, dass wir auch in einer Notsituation überlebensfähig und zu einem großen Teil unseren gewohnten Routinen nachgehen könnten. Wir brauchen dadurch nicht in ständiger Angst vor einem Blackout oder Ähnlichem leben und können dem wesentlich entspannter entgegenblicken.

Gerade in den derzeit sehr turbulenten Zeiten sehen wir es als wichtiger denn je an, sich auf Krisen entsprechend vorzubereiten. Dazu trägt auch die Verantwortung bei, die wir als Eltern unseres kleinen Sohns zu tragen haben.

Lohnt es sich für Krisenvorsorge Geld auszugeben?

Öfters hören wir die Aussage, dass das ja alles so teuer ist und es sich nicht lohnt, für den unwahrscheinlichen Krisenfall Geld auszugeben. Natürlich musst du Geld in die Hand nehmen, um deine Vorräte aufzustocken und die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände zu kaufen.

Das meiste, was an Vorräten oder Ausrüstung besorgt werden muss, kannst du auch im Alltag gut verwenden und ist nicht exklusiv für einen Notfall vorgesehen.

Die Vorräte für Wasser und Lebensmittel kannst du regelmäßig durchrotieren und verkochen. Ein gut ausgestattetes Erste-Hilfe Set und wichtige Medikamente solltest du sowieso zuhause haben. Und eine Taschenlampe, ein tragbares Kurbelradio oder eine Powerbank kannst du ebenfalls in deiner Freizeit sinnvoll benutzen.

Fazit

Der Start in die Krisenvorsorge funktioniert am besten mit einem klar definierten Plan. Dieser sieht vor, dass du mit den wichtigsten Themen beginnst.

Ein ausreichend großer Wasser- und Lebensmittelvorrat sind essenziell und als Erstes zu kaufen. Im nächsten Schritt besorgst du dir ein Erste-Hilfe Set und holst dir die wichtigsten Medikamente auf Vorrat. So gehst du Stück für Stück die einzelnen Punkte des Plans durch.

In unserem E-Book kannst du weitere Informationen sowie eine Checkliste finden, die alle erforderlichen Ausrüstungsgegenstände gut strukturiert auflistet.

Andy

Andreas

Hallo, ich bin Andreas! Im Dezember 2020 bin ich Papa geworden. Seitdem hat sich Vieles für mich verändert. Krisenvorsorge ist mir für meine Familie wichtig. Hier auf unserem ? Blog teile ich mein Wissen zum Thema mit Euch. Mehr über uns erfährt Ihr ? hier.

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