Krisenvorsorge: „Am wahrscheinlichsten denke ich, ist ein Blackout“ [Interview]

Wir haben uns mit Lukas (31) unterhalten, wie er sich und seine Familie für Krisensituationen vorbereitet und sich für den kommenden Winter rüstet.

Wie betreiben Andere Krisenvorsorge? Wir geben Einblicke...
Krisenvorsorge ist sehr individuell. Mit unseren Interviews liefern wir euch Anregungen, die ihr in euren Alltag einbauen könnt. © Pixabay / Shlomaster

Lukas, seit wann betreibst du Krisenvorsorge?

Krisenvorsorge direkt noch nicht so lange, seit ungefähr sechs Jahren. Da ich aber aus einem kleinen Dorf komme, kenne ich es von zuhause, dass man immer einen gewissen Grundvorrat zuhause hat, wie z.B. Nudeln oder Dosenwurst.

Zur Krisenvorsorge sind wir gekommen, als es in unserem Wohnort zu Überschwemmungen kam. Bekannte von uns konnten nur noch über ein Boot versorgt werden, da sie von der „Außenwelt abgeschnitten“ waren.

Meine Frau hat es am Anfang als Spinnerei bzw. als übertrieben angesehen Lebensmittel und Wasser für fünf Personen zu bevorraten, aber seitdem die politische Lage sich verschärft hat, steht sie voll und ganz hinter mir und unterstützt mich.

Auf welche Krisen bereitest du dich konkret vor?

Am wahrscheinlichsten denke ich, ist ein Blackout. Alle anderen Krisen (Anm.: z.B. Nahrungskrise, soziale Unruhen, Gesundheitskrise, Treibstoffmangel) werden, je nach Dauer des Blackouts, danach folgen. Ich denke aber, dass bei allen Krisen die Grundausstattung ähnlich bzw. gleich ist.

Was gehört zu deiner Grundausstattung?

Zu meiner Grundausstattung gehört selbstverständlich ausreichend Wasser (Trink-, Brauchwasser) und Lebensmittel. Das ist meiner Meinung nach die absolute Grundausstattung, die jeder daheim haben sollte.

Natürlich auch das Equipment um die Lebensmittel ohne Strom zuzubereiten, wie z.B. einen Griller oder Gaskocher. Alles Weitere an Ausstattung ist auf die jeweilige Lebenssituation anzupassen. Mit Kindern brauchen wir z.B. Windeln, Babynahrung, Spielzeug, Spiele usw.

Habt ihr Kinder? Dann solltet ihr euch unbedingt über das Thema Beschäftigung im Krisenfall Gedanken machen. © Pixabay / Shlomaster

Was sind aus deiner Sicht die größten Herausforderungen für den kommenden Winter?

Die Kosten. Die Kosten explodieren. Menschen werden ihren Job verlieren, da die Arbeitgeber Insolvenz anmelden müssen. Die Rechnungen können nicht mehr bezahlt werden, das Geld wird knapp.

Die Menschen können sich die Kosten für Gas, Wasser und Öl nicht mehr leisten. Die Wohnung bleibt kalt, der Kühlschrank leer. Unmut wird sich ausbreiten und die Menschen werden auf die Straße gehen. Es könnte zu Unruhen, wenn nicht sogar zu Schlimmerem kommen.

Wie bereitest du dich auf den bevorstehenden Winter vor?

Wir haben unsere Vorräte angelegt. Anfang des Jahres haben wir noch einen Kaminofen zuhause eingebaut, damit wir nicht auf Öl etc. angewiesen sind.

Hast du Tipps, wie Menschen überzeugt werden können, die bislang noch nicht vorgesorgt haben?

Ich glaube die Menschen, die aktuell noch keine Vorsorge betreiben, können nicht so leicht überzeugt werden. Solange diese Menschen von sowas nicht selbst (oder direkte Familienmitglieder bzw. Freunde) betroffen sind, wird sich an ihrer Einstellung auch nichts ändern.

Erfahre, wie du am besten mit deiner Krisenvorsorge beginnst.
Unser Tipp: Wichtig beim Thema Bevorratung ist es, Lebensmittel zu rotieren. Das heißt: Das Ablaufdatum im Auge zu haben, sie zu verbrauchen und neu zu kaufen.

Angenommen morgen beginnt ein länger andauernder Stromausfall, was würdest du dir noch anschaffen wollen?

Eine Powerstation mit Solarpanel. Leider lässt unsere Wohnsituation es nicht zu, Solarpanels auf dem Dach zu installieren. Auch ein Solarpanel am Balkon ist eher schwierig umzusetzen. Daher wäre eine portable Powerstation für uns das Sinnvollste. Leider sind diese meist sehr teuer.

Notstromaggregate sind zwar günstiger, aber bei einem Blackout wird man keinen Zugang mehr zu Treibstoff haben und auch die eigenen Vorräte sind irgendwann leer. Außerdem ist ein Aggregat laut und nur im Freien zu betreiben. Das erregt Aufmerksamkeit.

Wie bist du für das Thema Home Defense ausgerüstet?

Soweit es in Deutschland ohne Waffenbesitzkarte (WBK) oder ähnlichem möglich ist, ganz ok. Ich denke aber, dass man das Thema Home Defense nicht nur auf Waffen reduzieren sollte, sondern auch auf den Einbruchschutz.

Außerdem ist es wichtig, seine Vorräte nicht an die große Glocke zu hängen – im Sinn des „Gray Man Prinzips“: Keine Aufmerksamkeit erregen mit Notstromgeneratoren, übermäßigem Licht etc.

Marina

Marina

Hi, ich bin Marina! Mit der Geburt unseres Sohnes im Dezember 2020 hat sich für mich so einiges verändert. Auch meine Einstellung zum Thema Krisenvorsorge - besonders für Familien. Hier auf unserem 👉 Blog teile ich mein Wissen mit Euch. Mehr über uns erfährt Ihr 👉 hier.

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